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intro.de
Sie mögen es schlicht. Die Berliner Lukas Lonski und Felix Claßen halten nichts von Versteckspielen hinter prätentiösen Bandnamen oder Plattentiteln. Lonski & Classen nennt sich das Duo, und genauso heißt auch ihr erstes (Mini-) Album mit sieben Stücken voll ruhiger, schöner Folktronica-Momente. Obwohl, die Tronica kann man eigentlich auch weglassen, denn fast alles hier ist aus Schlagzeug, Gitarren und Stimme gemacht, und zwar auf eine sehr konzentrierte und bedachte Art und Weise. Stimmungsvoll könnte man das nennen, wenn der Begriff ohne den zugehörigen Soundtrack nicht so leer bliebe. Lukas Lonskis Stimme klingt ein wenig nach Thom Yorke, manchmal auch ein klitzekleines bisschen nach Erlend Øye, aber ganz ohne die Popstarpose dieser beiden, eben so, als würden sie immer noch für eine Handvoll von FreundInnen singen. In diesem Dazwischen von Post-Wohnzimmer-Szene und dem Prénatal-Katalog handeln die Lyrics immer wieder von Verlust: von fehlender Hingabe, vom Vergehen der Leidenschaft. Vielleicht artikuliert sich hier die Angst davor, sich selbst noch nie so richtig gespürt zu haben. Aber gerade damit und mit der Kammermusikhaftigkeit ihrer Songs weisen Lonski & Classen in die Weite. Dahin, wo Musik im Wind zerfällt, wo sich die leisen Momente des Lebens verstecken.
Arno Raffeiner, 26.03.2007
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goon magazine
Lonski & Claßen zelebrieren akustische Songwriterkunst mit elektronischen Ornamenten. Das Berliner Popduo Lukas Lonski und Felix Claßen ist offensichtlich nicht gut Freund mit jedweder Großtuerei. So schlicht wie ihr Projektname (Lonski & Claßen) ist auch ihre Musik – oder zumindest der erste Eindruck davon –, und passenderweise ist ihr (selbstredend selbstbetiteltes) Debütalbum dann auch eher ein Mini-Album geworden. Sofern man als Maßstab die Albumlänge gelten lassen will zumindest. »Lonski & Claßen« nämlich umfasst sieben Songs und 34 Minuten, und natürlich waren die wenigsten richtig großen Alben der Popgeschichte deutlich länger.
Solution so close…
Das sympathische Talent zur Selbstbeschränkung jedenfalls ist nicht nur dem Format, sondern auch dem Klang ihrer Musik zu entnehmen. Diese ist zwar irgendwie dem Genre Electronica, oder Folktronica noch vielmehr, zuzuordnen, setzt aber seine elektronischen Tupfer derart sacht ein, dass sie eher eine dezente Grundierung für die akustische Songwriterkunst von Lonski & Claßen ergeben. Die Stücke sind, obgleich lyrisch repetitiv organisiert, doch textlastig, und die von Lukas Lonski schüchtern vorgetragenen Verse erzählen immer wieder von Trägheit, Stillstand und Selbstverlust, während im Hintergrund dezente, eher ornamental zu verstehende Basslinien pluckern oder atonale Rauschwellen branden. »There is solution so close / But maybe its weight is too heavy?« Dieses Dilemma zwischen Verheißung und Furchtstarre hält nicht nur den schönsten Song unter den sieben, »Too Big To Fail«, in Spannung, sondern bildet das Fundament für die kaum zu erhaschende, weil so flüchtige Melancholie des gesamten Albums. Ihre Musik mag bewusst kleinteilig und fein ziseliert sein, doch es bleibt zu hoffen, dass Lonski & Claßen selbst bald groß sein werden. Zu groß um zu scheitern.
Text: Jochen Werner
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Goldmund Festivalheft
Die Herren Lukas Lonski und Felix Classen sind Randgewächse am langen Schatten des Postrock, und somit Teil jenes still schwellenden Revivals einer Musik, die dem Instrument seine Stimme zurückgab, und vor lauter Zählen die Melodielinien nicht vorhandener Songtexte vergaß. Unsere lokalen Helden entsinnen sich nun nicht nur der Freuden des Musizierens nach Zahlen, sonder erinnern sich auch der Freundlichkeit schön gesungener schlichter Worte. Und so laden sie Tautropfenloops, Regenbogengitarren und getupftes Schlagwerk in ihren Spielkreis ein, um dem Sommer ein Ständchen zu bringen.





