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Wenn man Lonski and Classen seit Jahren nicht schon als Heroen der Berliner Off-Musikszene kennen würde,könnte man beim Hören ihrer neuen Platte Climbing on branches (matrosenblau/ indigo) meinen, dass dies der aktuelle heisse Scheiss aus Kanada oder New York wäre. Seit Anfang 2009 spielen sie Stücke ihres neuen Albums und diese Konzerte gehörten zum Besten, was Berlin in diesem Jahr live passiert ist.Schon "strain everything" , der opener des Albums, macht klar, was kommen wird - grosser elegischer Pop (mit leichten Anleihen bei Radiohead, Sea and Cake, ...) !
Ran Huber, amSTARt 10/2009
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Die Waage zwischen sanfter Melancholie und großen Gefühlsausbrüchen hält stets die Spannung, und die Zuhörer dürfen sich auf die schönsten Filme im Kopf freuen, wenn Lonski und Classen sie mitnehmen in eine Welt, in der das Kribbeln im Bauch und das Funkeln in den Augen sich die Hand reichen.“
Herbstradio.org 10/2009
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Die extrem wandlungsfähige Kopfstimme (die mit den Begriffen "cotton mouth" und "ätherisch" nur unzureichend beschrieben ist ....) von Lukas Lonski kombiniert mit seinem Neil Youngschen Gitarrenspiel und den einfachen schleppenden Rhythmen von Schlagzeuger Felix Classen in sich langsam aufbauenden extrem dramatischen Stücken, aufgenommen in einem Raum , der mitklingt, machen Climbing on branches zu einem unverwechselbaren Werk, das nicht in der Schublade mit der Aufschrift epigonale Musik des dritten Jahrtausends verschwinden wird.
Geometrisches Spiel Lonski and Classen
Die Herren Lukas Lonski und Felix Classen vermessen beharrlich ihren eigenen Kosmos, in dem Gitarre, Bass und Schlagzeug von Hand gespielt und geloopt werden. Über allem ein Gesang, der an die Großen gemahnt. Die Buckleys, den Yorke und die späten Talk Talk. Und wie weit die beiden dabei jeglichem Post-Rock-Revival voraus sind, beweisen vor allem die wunderbaren Gesangslinien, die in der mathematischen Genauigkeit im geometrischen Spiel der Instrumente herzensschöne Momente reinen Gefühls beigeben. Ganz nebenbei demonstrieren sie mit Leichtigkeit, dass Musizieren nach Zahlen nicht den Verzicht auf schön gesungene Melodien bedeuten muss. Die Beiläufigkeit der Gesten, die Präzision des Zusammenspiels und seine stilistische Unabhängigkeit haben dem Duo eine kleine wie treue Fangemeinde beschert. Das gerade im Heimstudio entstehende zweite Album dürfte im kommenden Frühling dafür sorgen, dass sich alte Fans und neue Freunde den engen Platz vor der Bühne teilen müssen oder die Auftrittsorte verdientermaßen größer werden.
Text aus: „Die 20 besten Bands aus Berlin“, erschienen im Tip magazin 21/08
Sie mögen es schlicht. Die Berliner Lukas Lonski und Felix Claßen halten nichts von Versteckspielen hinter prätentiösen Bandnamen oder Plattentiteln. Lonski & Classen nennt sich das Duo, und genauso heißt auch ihr erstes (Mini-) Album mit sieben Stücken voll ruhiger, schöner Folktronica-Momente. Obwohl, die Tronica kann man eigentlich auch weglassen, denn fast alles hier ist aus Schlagzeug, Gitarren und Stimme gemacht, und zwar auf eine sehr konzentrierte und bedachte Art und Weise. Stimmungsvoll könnte man das nennen, wenn der Begriff ohne den zugehörigen Soundtrack nicht so leer bliebe. Lukas Lonskis Stimme klingt ein wenig nach Thom Yorke, manchmal auch ein klitzekleines bisschen nach Erlend Øye, aber ganz ohne die Popstarpose dieser beiden, eben so, als würden sie immer noch für eine Handvoll von FreundInnen singen. In diesem Dazwischen von Post-Wohnzimmer-Szene und dem Prénatal-Katalog handeln die Lyrics immer wieder von Verlust: von fehlender Hingabe, vom Vergehen der Leidenschaft. Vielleicht artikuliert sich hier die Angst davor, sich selbst noch nie so richtig gespürt zu haben. Aber gerade damit und mit der Kammermusikhaftigkeit ihrer Songs weisen Lonski & Classen in die Weite. Dahin, wo Musik im Wind zerfällt, wo sich die leisen Momente des Lebens verstecken.
Arno Raffeiner, 26.03.2007
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goon magazine
Lonski & Claßen zelebrieren akustische Songwriterkunst mit elektronischen Ornamenten. Das Berliner Popduo Lukas Lonski und Felix Claßen ist offensichtlich nicht gut Freund mit jedweder Großtuerei. So schlicht wie ihr Projektname (Lonski & Claßen) ist auch ihre Musik – oder zumindest der erste Eindruck davon –, und passenderweise ist ihr (selbstredend selbstbetiteltes) Debütalbum dann auch eher ein Mini-Album geworden. Sofern man als Maßstab die Albumlänge gelten lassen will zumindest. »Lonski & Claßen« nämlich umfasst sieben Songs und 34 Minuten, und natürlich waren die wenigsten richtig großen Alben der Popgeschichte deutlich länger.
Solution so close…
Das sympathische Talent zur Selbstbeschränkung jedenfalls ist nicht nur dem Format, sondern auch dem Klang ihrer Musik zu entnehmen. Diese ist zwar irgendwie dem Genre Electronica, oder Folktronica noch vielmehr, zuzuordnen, setzt aber seine elektronischen Tupfer derart sacht ein, dass sie eher eine dezente Grundierung für die akustische Songwriterkunst von Lonski & Claßen ergeben. Die Stücke sind, obgleich lyrisch repetitiv organisiert, doch textlastig, und die von Lukas Lonski schüchtern vorgetragenen Verse erzählen immer wieder von Trägheit, Stillstand und Selbstverlust, während im Hintergrund dezente, eher ornamental zu verstehende Basslinien pluckern oder atonale Rauschwellen branden. »There is solution so close / But maybe its weight is too heavy?« Dieses Dilemma zwischen Verheißung und Furchtstarre hält nicht nur den schönsten Song unter den sieben, »Too Big To Fail«, in Spannung, sondern bildet das Fundament für die kaum zu erhaschende, weil so flüchtige Melancholie des gesamten Albums. Ihre Musik mag bewusst kleinteilig und fein ziseliert sein, doch es bleibt zu hoffen, dass Lonski & Claßen selbst bald groß sein werden. Zu groß um zu scheitern.
Text: Jochen Werner
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Goldmund Festivalheft
Die Herren Lukas Lonski und Felix Classen sind Randgewächse am langen Schatten des Postrock, und somit Teil jenes still schwellenden Revivals einer Musik, die dem Instrument seine Stimme zurückgab, und vor lauter Zählen die Melodielinien nicht vorhandener Songtexte vergaß. Unsere lokalen Helden entsinnen sich nun nicht nur der Freuden des Musizierens nach Zahlen, sonder erinnern sich auch der Freundlichkeit schön gesungener schlichter Worte. Und so laden sie Tautropfenloops, Regenbogengitarren und getupftes Schlagwerk in ihren Spielkreis ein, um dem Sommer ein Ständchen zu bringen.





